Kunstausstellungen & Workshops
Großes Theater auf kleiner Bühne
Historische Marionetten aus Böhmen
„Großes Theater auf kleiner Bühne“ heißt es ab Freitag, den 2. Dezember im Alten Rathaus Viechtach. Anita und Hartmut Naefe präsentieren ihre herrliche Sammlung von historischen Marionetten und Bühnenaufbauten aus Böhmen. Zur Ausstellungseröffnung am Freitag (Beginn 19 Uhr) sind alle Interessenten herzlich eingeladen. Umrahmt wird die Eröffnung mit musikalischen Szenen von Puppenspieler Markus Dorner.
„Der Grundstock für unsere Sammlung wurde im Jahr 1998 gelegt. Zufällig entdeckten wir auf einem Flohmarkt einige kleine, sehr verstaubte Marionetten. Beim Reinigen der Figuren lachte uns ein kleiner Kasperl plötzlich frech an. Er konnte seinen Mund bewegen! So nach und nach entdeckten wir, welch kleine Kunstwerke diese Marionetten waren und das „Übel“ nahm seinen Lauf.“, so Anita und Hartmut Naefe über ihre große Leidenschaft. Unzählige historische Marionetten und viele Bühnenaufbauten aus Böhmen bilden den Grundstock für diese facettenreiche Ausstellung, die bis Ende März 2012 im Alten Rathaus Viechtach (Stadtplatz 1) bei freiem Eintritt zu besichtigen ist.
In relativ kurzer Zeit konnten Naefes mit Hilfe von Flohmarkt- und Antiquitätenhändlern ihre Sammlung ständig vergrößern. Die gesamte Sammlung umfasst zurzeit etwa 700 Figuren. Sie sind 10 bis 80 Zentimeter groß und zwischen 1870 und 1950 hergestellt worden. Etliche sind ganz aus Holz geschnitzt, andere haben Köpfe und Gliedmaßen aus Masse oder Gips. Zum Fundus gehören auch 20 Bühnen, die überwiegend mit Kulissen ausgestattet sind, teilweise sogar noch mit originalen Bühnenvorhängen. Vervollständigt wird die Sammlung mit verschiedenen Möbelteilen und Requisiten wie Tische, Stühle, Thronsessel und vieles mehr.
Die beiden Marionettenliebhaber sammeln aber auch einzelne Köpfe und alte Stoffe. Damit lassen sich fehlende und kaputte Teile reparieren oder ergänzen. Schließlich stehen auch ältere Dokumente wie Spielpläne, Lieder, Plakate und Fotos auf ihrer Suchliste. Ausschlaggebend für die Sammelleidenschaft ist der Charme dieser kleinen Figuren. Die liebevoll geschnitzten und bemalten Köpfe begeistern das Ehepaar Naefe ebenso, wie die aufwendig genähten und verzierten Kleider. Wenn dann noch die malerische Umgebung einer Bühne mit ihren passenden Kulissen als Rahmen zur Verfügung steht, ist man sich der Faszination und der Poesie eines Marionettentheaters bewusst. Das Hauptaugenmerk der Sammler liegt auf böhmischen Marionetten, aber in der Ausstellung in Viechtach werden erstmals auch einige historische Marionetten aus Bayern gezeigt.
Bei der Eröffnung kommen die Besucher nicht nur in den Genuss, die wunderschönen Marionetten von Anita und Hartmut Naefe in Augenschein nehmen zu dürfen, sondern es stehen auch „Musikalische Marionettenszenen“ mit Puppenspieler Markus Dorner auf dem Programm. Anschließend läuft die Ausstellung bis zum 31. März 2012 und ist Montag bis Donnerstag von 8 – 17 Uhr, Freitag von 8 – 12 Uhr sowie jeden ersten Sonntag im Monat von 13.30 – 15.30 Uhr geöffnet. Während des Viechtacher Weihnachtsmarktes ist die Ausstellung am Samstag, den 3. Dezember sowie am Sonntag, den 4. Dezember von 14 – 18 Uhr zu besichtigen.
Historische Spielzeug- und Reklameausstellung
Im Alten Rathaus Viechtach ist die bezaubernde Ausstellung zu historischem Blechspielzeug und zu den Anfängen der Printwerbung untergebracht. Hobbysammler Gerhard Pretzl aus Viechtach stellt dabei seine Schätze aus, die er in aller Welt seit mehr als 30 Jahren mit Hingabe zusammengetragen hat.
Der Betrachter entdeckt – vorausgesetzt er nimmt sich etwas Zeit und lässt zu, in die eigene Kindheit zurückversetzt zu werden – liebevoll handgearbeitete Elefanten, lustige Affen, Zirkusakrobaten mit winzig kleinen, bunten Gesichtern, waghalsige Sportler, elfenhafte Tänzerinnen, dicke Tanzbären, quirlige Hausfrauen mit großen Kinderwägen, Jahrmarktsattraktionen, Motorradfahrer und vieles mehr. Wie einfallslos und trostlos erscheinen einem im Gegensatz dazu die so genannten heutigen „Spiel-Waren“! Am liebsten möchte man die Vitrinen öffnen, um mit den kleinen Puppen und Tieren wie in Kindertagen spielen zu können!
Der zweite Teil der Ausstellung führt zurück zu den Anfängen der Printreklame. Vor allem aus der Blütezeit der Emailschilder, den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, stammen die Exponate. Eine adrette Dame wirbt im blütenweißen Kleid für Persil, die „gute“ Hausfrau fordert zum Kauf von Reinigungsmittel auf, denn „ATA putzt und reinigt". Im Kolonialwarenladen schließlich werden Tee, Kaffee und Kakao aus fernen Ländern angepriesen.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei!
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Tourist-Information Viechtach besichtigt werden.